Der Pitcher: Taktgeber der Defense

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Da der Mound nach vorne wie eine Rampe geformt ist, erlaubt er dem Pitcher mehr Rotation und damit mehr Geschwindigkeit.

Der Werferhügel, genannt Mound, liegt im Zentrum des Infields. Seine Mitte ist genau 18,39 Meter vom  Schlagmals entfernt. Man kann also durchaus sagen dass er das zentrale Element eines Baseballfeldes ist.
Und auch sein Benutzer, der Pitcher, ist ein zentrales Element: Das der Defensive eines Baseballteams.
Sein Duell mit dem Schlagmann ist das Herz jedes Baseball Spiels und in seiner Spannung vergleichbar mit einem permanenten Elfmeterschießen!

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Mit dem Pitcher steht und fällt die Defensive. Ein schlechter Pitch bedeutet entweder, dass der Schlagmann einfach auf die erste Base spazieren oder dass er den Ball ohne Probleme treffen kann. Im Profibereich heißt das oft: Homerun Sirene!

Doch was genau macht einen guten Pitcher aus?
Es ist natürlich von Vorteil wenn er einen guten Arm hat und er hohe Wurfgeschwindigkeiten erreicht. Mindestens genauso wichtig, wenn nicht wichtiger sind aber Kontrolle und Genauigkeit. Es bringt nämlich gar nichts, wenn er zwar über 90 Meilen pro Stunde wirft, dabei aber nur selten die Strike Zone trifft. Umgekehrt kann ein langsamerer Pitcher, der seine Pitches kontrolliert und genau werfen kann aber durchaus erfolgreich sein. Steht der Schlagmann beispielsweise immer sehr nah an der Platte, wird er einen Pitch an der ihm zugewandten Kante der Strike Zone, einen sogenannten Inside Pitch, nur schwer schlagen können.

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Sollte er ihn doch treffen können, dann nicht mit voller Kraft und die Defensive kann den Ball leicht unter Kontrolle bringen und das Aus machen.

Kommt dann noch Tempo dazu, kann sich der Schlagmann auch nicht mehr auf solche Würfe einstellen. Der Pitcher kann also mit seinen Würfen steuern, wohin der Schlagmann den Ball schlägt. Einen Ball tief in der Zone kann man nur schwer wieder hoch in die Luft schlagen, einer an der oberen Kante wird häufig im hohen Bogen in einem Handschuh landen. Damit diese Dinge funktionieren bedarf es aber nicht nur einer guten Technik, auch viel Spielverständnis ist nötig. Denn der Pitcher und sein Catcher sprechen sich per Zeichen ab, welcher Wurf wohin gehen soll. Das kleinste Fünkchen Verwirrung in dieser Planung kann gravierende Folgen haben.

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Der Catcher zeigt dem Pitcher an, wechen Wurf er werfen soll. Wenn dieser nun beginnt sich zu wundern, wieso/weshalb/warum, wird der Pitch auch nichts mehr, da der Kopf ganz wo anders ist.

Jedoch nicht nur das Werfen in bestimmte Bereiche der Strike Zone hilft dem Pitcher dabei, den Schlagmann auf die Bank zu schicken. Der Ball mit seinen hervorstehenden Nähten erlaubt es, dem Pitch die verschiedensten Arten von Drall zu verpassen. Slider, Curveball, Breaking Ball, Knuckle Ball….sie alle haben gemeinsam dass sie sich bewegen.

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Die Namen verschiedener Pitches und wie sie sich bewegen. Fastball Pitches, hier links oben, sind dabei eigentlich „nur“ schnell geworfen und gerade. Allerdings ist der Four-Seamer stabiler und der Schnellere. Dementsprechend ist der Two-Seamer meist langsamer, instabiler und entwickelt oft einen leichten Drall in eine Richtung. Man nennt ihn auch „Moving Fastball“.

Der Pitcher muss übrigens nicht unbedingt zum Schlagmann werfen. Erst ab einem gewissen Punkt (mehr dazu in einem späteren Blogeintrag) in seiner Wurfbewegung ist er dazu verpflichtet. Davor kann er auch zu einer der Bases werfen, falls dort ein Läufer etwas zu tollkühn wird und sich weit weg wagt von einer Base. Entweder um ihn zu erwischen oder eine Warnung zu schicken. Einen solchen Spielzug nennt man Pick Off, der nur funktioniert, wenn die Defensive sich abstimmt und wachsam ist.

Ein guter Pitcher, zusammen mit seinem Catcher, kann also definitiv den Ausgang des Spiels bestimmen.  Letztlich hängt von ihm auf alle Fälle Tempo und Rhythmus der Partie ab, da er es ist, der buchstäblich den Ball ins Spiel bringt.

Das soll dann auch erstmal unser Schlusswort sein, war ja doch ziemlich viel Input! Wenn ihr Fragen habt, lasst uns einen Kommentar da und wir helfen euch weiter! Ansonsten sehen wir uns beim nächsten Beitrag, da geht es mit dem Catcher weiter!

6 Kommentare zu „Der Pitcher: Taktgeber der Defense

  1. „Die Namen verschiedener Pitches und wie sie sich bewegen. Fastball Pitches, hier links oben, sind dabei eigentlich nur schnell geworfen und gerade. Allerdings ist der Four-Seamer langsamer, jedoch stabiler. Dementsprechend ist der Two-Seamer schneller, jedoch auch instabiler und entwickelt oft einen leichten Drall in eine Richtung.“

    Das macht irgendwie keinen Sinn. Der 4Seam kommt gerade, kaum movement und ist der schnellste Pitch im Arsenal eines pitchers. Der 2seam FB (mit seitlicher Bewegung Richtung Wurfhand) und z.b. Cutter (mit Bewegung des Balles zur Handschuhseite) sind i.d.R. 2-5 mph langsamer als der 4seam des pitchers. Dafür bewegen sie sich mehr. LG Torsten

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    1. baelleundschlaeger März 18, 2018 — 11:42 am

      Danke für den Hinweis auf den Mixup. Auch wir sind leider nicht fehlerfrei. Wir korrigieren die Zuordnung entsprechend.
      Edit: Ist korrigiert. Und die Korrekturleser bekommen was zu hören! 😀

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      1. Alles gut. Kann passieren. 🙂

        Gefällt 1 Person

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