10 bizarre Baseballregeln, von denen du nicht glauben wirst, dass es sie wirklich gab!

Baseball wird schon so lange nach grob den selben Regeln gespielt, dass diese zu heiligen Institutionen geworden sind. Man redet nur mit gedämpfter Stimme über die Zahlen, und nur daran zu denken, sie zu ändern, kommt der Blasphemie nahe: Natürlich sind es 90 Fuss von Base zu Base, weil es sich einfach richtig anfühlt, und das bereits seit Generationen.

Aber den Weg, den das Spiel genommen hat. um dorthin zu kommen, war mehr „Trial and Error“ als göttliche Intervention. Die Gründerväter des Spiels haben alle möglichen Dinge ausprobiert um zu sehen, was funktioniert. Es war eine lange und kurvige Straße, voll mit Kertwenden, Sackgassen und unschuldigen, abgeworfenen Baserunnern! (Nein, wirklich! Glossar -> Plugging)

Um wert schätzen zu können, wie weit wir es gebracht haben, aufgepasst: Wir zeigen dir die 10 seltsamsten Regeln die, wir schwören, wirklich existierten:

 

1. Schlagmänner hatten von 1867 bis 1887 das Recht, hohe oder niedrige Pitches zu fordern

Stellt euch vor, Mike Trout geht zum Schlagmal und sagt David Price ganz genau wo er den Ball hingeworfen haben will. Als das Spiel noch in den Kinderschuhen steckte, war das Realität: Vor jedem At-Bat konnten Schlagmänner sagen, ob sie eine hohe oder niedrige Strike-Zone wollen — entweder vom Knie zum Gürtel oder Gürtel zur Schulter — und der Pitcher musste da hin werfen. Ganz schön fordernd von euch, ihr Schlagmänner des späten 19. Jahrhunderts!

 

2. Flyballs konnten bis 1864 nach einmaligen aufkommen für ein Out gefangen werden, Foul Balls bis 1883

Das mag für heutige Baseballfans seltsam wirken, aber die Logik hinter der „Einmal aufkommen“-Regel war eigentlich ziemlich einleuchtend: Sie war ein Überbleibsel von anderen Kinderspielen und in der Zeit, bevor Baseballhandschuhe erfunden wurden eine Möglichkeit, zu verhindern dass Spieler  einen sehr harten Ball mit bloßen Händen fangen mussten.

Mit Fortschritt des 19. Jahrhunderts allerdings schwand die Unterstützung der Regel. Nach Jahren saukomischer erbitterter Debatten — auf einer Versammlung in New York bezeichnete sie ein Deligierter abwertend sogar als eine „Boys Rule“ — wurde die Regel für „Fair Balls“ 1864 aus dem Regelbuch herausgewählt. „Foul Ball“ konnten allerdings für weitere 20 Jahr nach dem ersten aufkommen für ein Out gefangen werden.

 

3. Pitcher mussten bis 1883 von unten werfen

Baseball verdankt viel seines Ursprungs dem Kricket und eine der ersten niedergeschrieben Regelsammlungen — die „Knickerbocker Rules“, zusammengestellt 1845 für den New Yorker Knickerbocker Baseball Klub — hat viel von diesem Ursprung mitgenommen: „Der Ball muss in einem Bogen, nicht gerade, zum Schläger geworfen werden.“ Also mit einer steifen Bewegung von unten, fast wie beim Bowling.

Der Erste, der etwas mehr Power reinbrachte, war, laut John Thorn, dem offiziellen Historiker der MLB, Tommy Bond: Er änderte den Winkel seiner Wurfbewegung Mitte der 1870er etwas nach oben, zu minmal oberhalb der Taille. Und von da an war es nur eine Frage der Zeit, bis der Wurf von oben geboren werden würde. Vielleicht auch, weil das nicht das Gesicht eines Mannes ist, mit dem man sich anlegen will:

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Zumindest können die Chad Bradfords dieser Welt nun etwas ruhiger schlafen. In dem Wissen, dass sie mal die Normalos waren.

 

4. Eine Seite des Schlägers durfte von 1885 bis 1893 bis flach sein

Besorgt weil so wenig gepunktet wurde in der National League ( ligaweiter ERA: 2.37, also hör auf anzugeben, Kershaw!), schlug einer der Verantwortlichen der Cincinnati Red Stockings, Harry Wright, eine Regeländerung vor, um zu helfen die Offensive aufzupeppen: Man erlaubt allen Schlägern eine flache Seite zu haben, fast so wie beim Cricket. Nach einigem rumgedruckse übernahm die National League die Regel. In Kombination mit Änderungen der Pitchdistanz, gab es immer mehr Runs — bis jedem bald klar wurde, dass flache Schläger dazu tendieren zu zersplittern. So wurde die Regel 1893 wieder abgeschafft.

 

5. Walks wurden 1887 für ein Jahr als Hits aufgeschrieben

Wenn du die Überschrift gelesen hast und dir dachtest: „Wow, das hat bestimmt zu viel Problemen bei den Statistiken geführt“. Nun, dann hast du verdammt recht!

Unfassbare 11 Spieler hatten einen Schlagdurchschnitt von .400 in dieser Saison. Neun davon hätten das nicht geschafft, wäre ein Walk nicht als At-Bat gezählt worden. Die Statistiken wurden sogar 1968 vom Special Baseball Records Committee neu geschrieben. Mit drastischen Konsequenzen: Cap Anderson, der .421 geschlagen hatte und damit die Liga 1887 angeführt hatte, wurden 60 Hits abgezogen. Dadurch verlor er nicht nur den Spitzenplatz als Schlagmann 1887, sondern auch die Ehre, erstes Mitglied des 3000 Hits-Clubs gewesen zu sein. 2001 revidierte die MLB die Entscheidung des Komitees. Nun sitzt Cap stolz in der Hall of Fame mit über 3400 Hits und einem grandiosen Schnurrbart!

Portrait of Cap Anson

Die Regel selbst war zu ihrer Zeit übrigens extrem unpopulär — die New York Times beschrieb Walks sogar als „Phantom Hits“ — und wurde so nach einem Jahr schnell wieder abgeschafft.

 

6. Umpire im 19. Jahrhundert waren gemachte Männer

Die Pflichten eines Umpires wiegen schwer: Man versucht einem kleinen weißen Ball, der mit irrer Geschwindigkeit durch die Gegend fliegt, im Blick zu behalten. Während ein ganzes Stadion und das Internet darauf warten dich zu steinigen, solltest du falsch liegen.

Wie war das eigentlich, wenn man zu Beginn des 20.Jahrhunderts ein Umpire war?
Nun, es hört sich eigentlich ziemlich gut an! Sie wurden vor dem ersten Pitch aus der Menge gewählt — oft waren sie Prominente der lokalen Gesellschaft — und statt dass sie ihre ganze Energie dafür aufbrachten, hinter dem Catcher zu hocken, bekamen sie bequeme Stühle in der näheren Umgebung zur Home Plate. Und das ist nur der Anfang der Annehmlichkeiten. Ein Auszug aus der Ohio „Marion Star“ Zeitung von 1916:

„Die Umpire von Früher wurden von den Spielern mit größter Zuvorkommenheit behandelt. Sie bekamen bequeme Stühle, nahe Home Plate, Fächer an heißen Tagen und ihr größtmöglicher Komfort war den Spielern das Wichtigste. Die Umpire kriegen das beste Essen und das größte Glas Bier.“

Wir melden uns freiwillig! Bitte!

 

7. Statt zu hocken, standen Catcher bis in die frühen 1900er Jahre ein paar Meter hinter Home

Heutzutage erfüllen Catcher eine wichtige Rolle in der Defensive — vom aussuchen der Pitches über die Kunst des Pitch-Framens bis hin zum auswerfen von Runnern. In der Mitte der 1800er, allerdings, war ihre Verantwortung weitaus simpler: Haltet einfach den Ball auf, bitte. Catcher waren ursprünglich bessere Backstops, standen ein paar Meter hinter Home und stellten sicher, dass der Ball nicht an ihnen vorbeirollte. Ein paar innovative Spieler begannen in den 1870ern, diesen Trend zu stoppen, aber das kauern das wir kennen setzte sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch.

 

8. Der Spitball wurde 1920 verboten — aber Pitcher die ihn bis dahin jahrelang geworfen hatten, durften weitermachen

Pitcher die Pitches manipulieren waren schon immer eine ethische Grauzone, aber in den frühen Tagen war es weit verbreitete Praxis. Und Spucke war nicht annähernd die schlimmste Substanz, die benutzt wurde: Pitcher benutzten Dreck, Erde, Seife, alles was ihnen einfiel um den Ball auf unvorhergesehene Weise herumtanzen zu lassen.

Im Bestreben mehr Offensive ins Spiel zu bringen, reagierte die MLB 1920 und verbot diese Vorgehensweise. Aber mehrere berühmte Spitball-Pitcher waren gerade auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und so entschied sich die Liga zu einem Kompromiss: Eine Gewohnheits-Klausel. Die erlaubte Pitchern, die vor der Regeländerung diese Pitches geworfen hatten, damit weiterzumachen. Rechtswerfer Burleigh Grimes trug den „letzter offzieller Spitballer“-Titel noch ganze vierzehn Jahre, ekelte seine Teammitglieder bis zu seinem Ruhestand 1934 an:

National Baseball Hall of Fame Library Archive

 

9. Es war bis 1920 ziemlich schwierig, einen Walk-Off Homerun zu schlagen

Der Schlagmann tritt an die Platte, unter Hälfte des neunten Innings, Bases voll, der Spielstand ausgeglichen. Er schwingt und ballert den Ball über das 400-Fuss Schild im Left Field! Die Menge jubelt! Währenddessen feiert unser Held den Walk-Off…Single. Zumindest für die ersten paar Jahrzehnte des Spiels. Bis 1920 bekamen die Schlagmänner nur die Anzahl der Bases angerechnet, die der Siegrun zurücklegen musste — also, zum Beispiel, würde ein Walk-Off Homerun, der einen Läufer von der zweiten Base aus punkten ließ, nur als Double zählen. Weil der Siegläufer nur zwei Bases vorrücken musste. Der einzige Weg, wie ein Homerun als solcher als Walk-Off zählen würde, war, wenn der Schlagmann selbst der Siegpunkt wäre.

Abgesehen von den Auswirkungen, die diese Regel auf die Aufzeichnungen und Rekorde hatte, denkt nur an die Home Plate Feiern, die den Fans vorenthalten wurden!

 

10. Ground Rule Doubles waren bis 1930 Homeruns

Ja, wirklich: Jeder Ball der aufsprang und über den Zaun hüpfte, wurde als Homerun gezählt. Es gibt Gerüchte, dass wenigstens einer von Lou Gehrigs Homeruns während des 1927 Homerun Wettrennens mit Babe Ruth eigentlich ein Ground Rule Double war.

Um genau zu sein, war eigentlich das Konzept „Homerun“ bis zu einem gewissen Punkt ein großes Fragezeichen: Laut Thorne, passierte am 21.Mai 1880 — einer Zeit als nur wenige Spielfelder festgeschrieben hatten, dass Bälle die über den Zaun gehen Homeruns sind — folgendes:  Ein Spieler schlug einen Ball über den Zaun in einen Fluss. Und der Rightfielder, verwirrt was er jetzt tun sollte, sprang in ein Boot um den Ball zurückzuholen. (Letztlich gab er auf, nach erflogloser Jagd. Bleib für immer seltsam, Baseball.)

 

 

(frei übersetzt übertragen von https://www.mlb.com/cut4/10-bizarre-rules-from-baseballs-past/c-124363454 )

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